Erfahrungen (4)

27.10.2014

Mein Weg zum PAPA

geschrieben von

Als Älteste (ungeplant) von 4 Geschwistern ging ich als Kind in die Katholische Kirche. Begriffen habe ich damals nichts. GOTT erschien mir als noch strenger und fordernder als mein irdischer Vater, der keinen Vater hatte und sehr leistungsorientiert war. 

Zu Hause gab es selten Frieden!
Nach dem Abitur bin ich sofort aus der kath. Kirche ausgetreten um frei zu sein von dem Druck, nie zu genügen. Gut ging es mir deswegen nun aber nicht.

Während meines Medizinstudiums habe ich dann überall nach Hilfe für mich und meine zukünftigen Patienten gesucht. In Transzendentaler Meditation, dann in fast allem, was die New Age Szene zu bieten hatte in Berlin. Ich wurde Buddhistin, in der Meinung eine fröhliche Religion gefunden zu haben...den Irrtum fand ich schnell heraus. Meine neue Hoffnung war die Anthroposophie von Rudolf Steiner. Aber am Ende stellte ich immer wieder entmutigt und jedes Mal deprimierter fest, dass ich mich SELBER ERLÖSEN musste!!!!!! Ich schaffte es UNMÖGLICH, so wie ich war!
Inzwischen war ich Mutter einer kleinen Tochter und brauchte dringend klare Erziehungsziele und Lebenshilfe.
Da musste ich meinen Onkel, einen evangelischen Pastor (ich hatte ihn 20 Jahre nicht gesprochen) anrufen wegen einer Erbschaftssache. Er sagte mir bei diesem Gespräch: Der Onkel von vor 20 Jahren bin ich nicht mehr, denn JESUS hat mir ein Neues Leben geschenkt und ER ist ein super Chef!
Ein Neues Leben brauchte ich dringend, da ich mit meinen Konzepten vor dem Aus stand. Ich wusste, wie ich mich umbringe, wenn es gar nicht mehr geht. Aber ich war ja auch für meine kleine Tochter verantwortlich!
Ich bin 1985 dann nach Bendorf am Rhein gefahren und habe dort JESUS kennen gelernt und IHM mein kaputtes Leben im Tausch gegen Sein Ewiges Leben gegeben und war glücklich und befreit von meiner ganzen Schuld!!! Ich fühlte mich leicht und konnte wieder singen und mich freuen!! Ich war verliebt in JESUS und unendlich dankbar.

Umgeben von vielen Superchristen geriet ich durch Vergleichen und hohe Ansprüche und Ideale aber langsam wieder in den Leistungskonkurrenzkampf. Ich genügte wieder nicht mehr in meinen Augen!!! Es wurde immer anstrengender ein guter Jünger von JESUS zu sein, es gab so viele Bessere!! Ich hatte die LIEBE, die JESUS für mich haben musste, da ER für mich ans Kreuz gegangen ist, NICHT. Vor allem nicht für meine Schüler, wo ich doch ein Zeugnis sein wollte!! Darüber wurde ich unzufrieden und wieder unfroher. Das konnte noch nicht alles sein!!

Da fuhren dann 2007 Freunde aus meiner Gemeinde nach Hannover zu einem VATER Seminar und kamen voll Begeisterung über DEN VATER zurück.
Das Thema Vater war für mich schmerzlich belastet! Da wollte ich nicht dran. Ich liebte JESUS, meinen Retter und Freund und Bruder und den HEILIGEN GEIST als Tröster und Übersetzer. Das war doch genug!!! Dachte ich.
Aber je länger sie schwärmten, desto mehr wuchs in mir die Hoffnung, dass dieser VATER doch anders sein könnte als mein Irdischer.
Also fuhr ich beim nächsten Mal mit.
Und gleich schon am Anfang wurde uns das Video vom Team Hoyt von der Liebe eines Vaters zu seinem Sohn gezeigt. Das hat mich sehr bewegt. Wenn schon ein menschlicher Vater so voller Liebe sein kann, und alles gibt, was er kann, um seinem Sohn eine Freude zu machen,  wie viel mehr unser himmlischer VATER!?!?!?! Und in der Anbetungszeit kam dann der Eindruck vom Anbetungsleiter, dass es viele gibt, die dem himmlischen PAPA noch nicht vertrauen. Ich wusste, ich gehöre dazu.
 
Und ich bekam innerlich ein Bild von einer wunderschönen Bucht mit weißem Strand und blauem Meer und DER PAPA stand unten mit weit offenen Armen und ich oben auf einer Klippe mit Sträflingskugeln an den Füssen. Die Höhe war beängstigend!!!!! Aber ich wollte weg von der einsamen, zerklüfteten Klippe und weg von den Lasten an den Füssen, die mich gefangen und beschwert hielten!! Und DER PAPA lud mich beharrlich weiter ein zu SPRINGEN. ER würde mich AUFFANGEN. Ich erlebte einen regelrechten inneren Kampf.
Die Sehnsucht nach einem liebenden himmlischen VATER war stärker. Ich bin gesprungen und ER hat mich aufgefangen! Und wie der glücklichste PAPA hat ER mich herumgewirbelt und sich gefreut, dass ich IHM vertraut habe!! Ich war vollkommen glücklich!!!

Seit dieser Konferenz  weiß ich, dass ich GEPLANT, GEWOLLT und GELIEBT bin vom VATER im HIMMEL und dass DER PAPA zu mir steht ohne Bedingungen, mich nicht vergleicht, mich beschützt und ich IHM total VERTRAUEN kann, egal was noch kommt. Das macht mein Leben so viel ENTSPANNTER und nicht mehr geprägt von Druck, Angst und Unsicherheit. Es fühlt sich nicht mehr wie Kampf an und ich weiß jetzt, wie sich RUHE anfühlt!!! Kein „Getrieben- Sein“ mehr!  Und ich kann mich viel mehr FREUEN an all dem Schönen, was ER mir zeigt und schenkt. In mir ist jetzt viel öfter GELASSENHEIT, weil ich weiß, dass mein VATER immer bei mir ist und ich bei IHM GEBORGEN bin. Ich muss nicht mehr alles und erst recht nicht alles alleine schaffen!! Ich erlebe Seine HILFE immer wieder! Ich darf KIND sein und muss nicht perfekt sein! Das ist sooooooooooooooo schön und entlastend!! Es fühlt sich so viel mehr wie LEBEN und nach SEIN dürfen an!! ER ist mein PAPA und ER macht keine Fehler und weiß, wie ER mich leiten muss!!! Bei IHM bin ich ZU HAUSE.

Das alles habe ich vorher nicht einmal geglaubt!!! Jetzt darf ich es erleben!!!!!

Oder ich kann neben meinem GELIEBTEN JESUS liegen auf einer Wiese, oder mit IHM tanzen oder spazieren gehen, ohne IHM etwas vormachen zu müssen, da ER mich ja durch und durch kennt und dennoch LIEBT!!!!! Das tut mir so gut und ist so voll FRIEDEN und wunderschön!! JESUS ist mir seither viel, viel kostbarer und näher als vorher und der HEILIGE GEIST ist meine beste Freundin, die immer für mich da ist. Sie Beide haben es möglich gemacht, dass ich nun einen PAPA habe, dem ich keine Belastung und keine Zumutung bin!! DER nichts lieber hat, als dass ich mich von IHM LIEBEN lasse und IHM VERTRAUE je länger je mehr!!!! Ich habe jetzt eine glückliche Kindheit!! Mit fast 63 Jahren! Es ist noch nicht zu spät!

Diese Erfahrungen wünsche ich allen, die ich liebe und kenne und einfach jedem Menschen!!Niemand und nichts kann mir das geben, was SEINE LIEBE mir geben kann!! Und obwohl ich das weiß, suche ich dennoch oft erst HILFE in der Welt, bevor ich endlich zu IHM laufe und mich von IHM GESUND LIEBEN lasse! Wie gut, dass ER Geduld mit mir hat!! 
Und es gibt für mich nichts Schöneres als von diesem PAPA zu SCHWÄRMEN, wo immer ich bin.
Ich freue mich unbeschreiblich darüber, dass ich die Ewigkeit mit DEM PAPA und JESUS und DEM HEILIGEN GEIST verbringen darf! Dass das Allerschönste erst noch kommt!

Sabina Gleiß

Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich die Geschichte aus Lukas 10:

Jesus zu Besuch bei Maria und Martha in Bethanien.

Dies ist meine Geschichte, sie erzählt meine Lebenssituation und weckt in mir Sehnsucht nach Veränderung.

Ich möchte euch erzählen, wie mein himmlischer Vater mich in den Spiegel schauen ließ. Ganz tief hat er mich dadurch mit seiner Liebe berührt und zeigt mir mehr und mehr, dass ich seine geliebte Tochter bin.

 

Zurück in meine Vergangenheit: 

Meine Mutter war 21 Jahre alt, als sie schwanger wurde. Alle dachten, dass ein Sohn auf die Welt kommt, daher wurde nur ein Name ausgesucht: Hans-Martin. 
Ich wurde geboren und war zunächst drei Tage namenlos, bis meine Eltern sich 
entschlossen, aus dem Hans-Martin eine Martina zu machen. 
So wuchs ich mit vier Geschwistern, die alle Doppelnamen bekamen, auf einem Bauernhof im Schwarzwald auf. Früh musste ich Verantwortung übernehmen und mit schaffen. Wenn ich etwas leistete, fühlte ich mich geliebt.
Doch viele Sorgen bewegten mich, in Vielem habe ich mich abgemüht. Wenn etwas nicht so lief, wie ich es gern wollte, bekam ich Schuldgefühle. Schuldig fühlte ich mich auch, wenn ich meinte, etwas nicht geschafft oder recht gemacht zu haben.
Das Grundgefühl meines Lebens war meist geprägt durch Mühe und Sorge. Natürlich nahm ich später diesen Rucksack auch in meine Ehe mit.

Meine Konfirmation war ein entscheidender Schritt für mich, um mit Jesus zu gehen.

Vor 6 Jahren begann ich eine Seelsorgeschulung bei ICL.
Dort ließ mein himmlischer Vater mich in den Spiegel seiner Liebe schauen. Ich konnte zulassen, meine Herzenswunden anzusehen und Heilung kam dadurch in Gang.
Vor allem meine tiefe Lebenswunde des Nicht-Gewollt-Seins wurde ins Licht seiner Liebe gestellt.
Ganz tief in meinem Herzen spürte ich, dass mein Abba noch einen Namen für mich hat und zwar Maria.

Etwa zwei Jahre später führte Gott meinen Mann und mich durch Seminare, Bücher und Freunde noch tiefer an sein Vaterherz.
Seitdem hat mein Name Martina Maria eine noch tiefere Bedeutung für mich bekommen.
Maria erinnert mich an meine erste Berufung, an meine Identität, Gottes geliebte Tochter zu sein. 
Meine Identität kommt nicht aus meinem Dienst für ihn, sondern aus meinem SEIN BEI IHM.

Dieses SEIN BEI IHM wird für mich immer mehr zu einem neuen Lebensstil aus Gnade, durchdrungen von seiner Liebe. Ich weiß, Abba ist mein Zuhause, ihm kann ich mehr und mehr vertrauen. Egal, was kommt, Abba schafft es mit mir als Martina Maria mit viel Martha drin.

Obwohl alte Lebensmuster täglich gegenwärtig sind, weiß ich, mit  meinem himmlischen Vater ist es mir möglich, Schritt für Schritt diese alte Lebensspur zu verlassen und befreiter zu leben.

Dazu ein Beispiel: Wir leben seit einigen Jahren in einem Vierfamilienhaus. 
Ich als Martina Martha habe mich die ganzen Jahre um alles rund ums Haus verantwortlich gefühlt, wie Mülltonnen raus stellen, Rasen mähen, Straße fegen, im Garten Unkraut jäten u.ä.
Seit ein paar Monaten gibt es nun ein Kehrwochenschild, und nun darf jeder mal ran:)

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Ich bin so beschenkt und ermutigt und ich weiß, meine Herzensveränderung geschieht nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, doch es ist ein Weg mit neuer Lebensqualität für mich, meinen Mann und unsere Kinder.

Martina Maria Kinzel

08.10.2014

Immer wirst Du mich lieben...

geschrieben von

Vielleicht freust du dich, wenn du meine Überschrift liest. Innerlich sagst du „Ja, so ist es!“ Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht zweifelt es in dir, vielleicht schreit es sogar in dir. Gott wo warst du? Gott wie passt das zu deiner Liebe? 

Aber nun zu meinem Weg....

Schon immer war meine Sehnsucht sehr groß, ganz eng mit Gott verbunden zu sein. Ich war und bin auf der Suche Ihm ganz nahe zu sein. Aber ich wollte mir Seine Liebe immer verdienen. Oft dachte ich, dass das, was ich mache, nicht gut genug ist. Es gab deshalb häufig Zeiten in denen ich große Zweifel hatte, ob Gott mich wirklich liebt, obwohl es ja in Seinem Wort so steht.

Als mir Jesus vor ca. 9 Jahren den himmlischen Vater besonders offenbarte, durfte ich Stück für Stück lernen, dass ich bedingungslos geliebt bin. Ich muss nichts Besonderes leisten, um von meinem himmlischen Papa angenommen zu werden. ER liebt mich mit einer tiefen Leidenschaft. Seine Gedanken über mich und für mich sind NUR GUT. In dieser Zeit hat der Vater auch angefangen mir Lieder zu schenken, die dieses Geliebt- Sein ausdrücken.

Am Anfang stand diese Bitte: „Vater lass mich sehen, tief in deinem Herz, wie viel tiefer Deine Liebe für mich ist...". Irgendwann kam eine tiefe Erkenntnis, die ich in einem Lied ausdrücken konnte. „Ich bin geliebt von Dir. Ich bin geliebt von Dir mein Vater..." Da war etwas vom Kopf ins Herz gerutscht.
11Vor knapp 2 Jahren wurde dieses Fundament stark getestet. Im November 2011 bekam ich die Diagnose Eierstockkrebs mit allem was dazu gehört (Total-OP, Chemotherapie). Werde ich leben? Werde ich sterben? Was wird aus meiner Familie? Was wird aus meinem Mann? Was wird aus meinen beiden Mädchen? Erstaunlicherweise habe ich mich von Anfang an in Gottes Hand sehr geborgen gefühlt. Ich wusste, Er hat gute Gedanken über mir und Er wird mich sicher führen. Das waren keine“ frommen Gedanken“ in meinem Kopf, sondern ich spürte es in meinem Herzen.

Besonders in der akuten Krankheitsphase habe ich Gottes Gnade, Seine Liebe und Seinen Frieden ganz tief erlebt. Ich möchte zwei Beispiele erzählen, die mich sehr bewegten:

Kurz vor der OP bin ich mit dem Satz aus Psalm 63 aufgewacht: „...Deine Gnade ist besser als Leben, meine Lippen preisen Dich..." Im Krankenhaus durfte ich dann ganz oft erleben, dass Seine Gnade und Gegenwart soviel besser sind, als all das, was gerade mit mir passierte. Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal gejammert hätte, aber Sein Friede war insgesamt viel größer. Ich habe gespürt, es gibt etwas Größeres als meine körperliche Unversehrtheit.

Am Tag meiner ersten Chemo-Infusion bin ich mit dem Bibelvers aufgewacht: „Dies ist der Tag des Herrn, lasst uns jubeln und fröhlich sein." Den ganzen Tag über hatte ich dann so eine übernatürliche Freude, dass ich wirklich nur jubeln konnte über meinen Gott.

Besonders in den Zeiten, in denen es mir nicht so gut ging, durfte ich erleben, wie sehr ich geliebt bin. Z.B. als sich die Nebenwirkungen der Chemo bemerkbar machten.  Aber auch die Zeit vorher im Krankenhaus war für mich sehr herausfordernd. Neben den Schmerzen nach der OP und den körperlichen Schwierigkeiten dadurch, hatte ich auch ganz schwere äußerliche Umstände mit anderen Patienten im Zimmer. Die haben mich viel Kraft gekostet. Einige Male bin ich nachts in die Krankenhauskapelle gegangen, denn schlafen in meinem Zimmer war nicht möglich. Trotz Kälte und starker Schmerzen habe ich dort Seine Nähe so stark erlebt. Ich wusste, ER wird alles gut machen und mir die Kraft geben all das auszuhalten. Irgendwie war mir Seine Nähe in diesem Moment soviel wertvoller als die äußeren Umstände.

Eines Abends, nach meiner ersten Chemo war in mir ganz tief diese Gewissheit, immer wird Er mich lieben! Mein Vertrauen zu IHM war so stark, dass ich wusste, er wird mit mir den besten Weg gehen. Ob er Leben oder Sterben heißt. Von Anfang an habe ich um das Wunder der Heilung gebetet und habe auch erwartet, dass z.B. der Tumor weg ist, wenn die Ärzte den Bauch aufschneiden. Aber ich habe auch gesagt: „So wie Du willst. Ich gehe den Weg, den Du meinst, dass es der beste Weg ist.
Ich weiß, wenn ich sterbe, bin ich an dem Ort, nach dem ich mich ja am allermeisten sehne – in Seiner Gegenwart. Deshalb hatte der Tod nie diese Bedrohung für mich persönlich. Ich wollte schon leben, vor allem für meine Familie, aber das habe ich meistens getrost in SEINE Hand legen können. Und somit durfte ich durch diese schwere Zeit mit einer meist großen Leichtigkeit gehen. 

Ich bin dankbar, dass ich leben darf und der Krebs bei mir besiegt ist. Aber gerade in den Zeiten, in denen ich nicht wusste wie es ausgeht, habe ich erlebt: Seine Gnade bedeutet nicht nur, dass Er mich heilt, sondern dieses Geborgensein in IHM und diese tiefe Gewissheit, immer wird ER mich lieben.

Aufgrund dessen ist am Ende meiner Reha-Zeit auch dieses Lied entstanden: „Immer wirst Du mich lieben, immer bist du für mich....."

Ich möchte meinem himmlischen Vater dafür alle Ehre geben, denn ich weiß, es ist Seine Gnade, dass ich das so erleben durfte.

ER ist gut und ER liebt mich von Herzen, auch wenn die äußeren Umstände nicht dafür sprechen! ER ist für mich und mit mir zu allen Zeiten! Und das möchte ich bezeugen.

Sylvia Gossen

Ich war 42 Jahre alt, da wurde ich von Gottes Liebe überwältigt und mein intensives Suchen nach dem Sinn des Lebens hatte ein Ende. Im Gottesdienst einer Hamburger Freikirche offenbarte sich mir Jesus Christus als mein Retter und Erlöser und ich konnte nicht anders, als mich ihm mit meinem ganzen Herzen anzuvertrauen.

Für mich begann nun ein völlig neues Leben: ich besuchte regelmäßig Gottesdienste und las täglich in der Bibel. Einige wunderbare Menschen gaben mir Hilfestellung auf meinem Weg mit Jesus, sie beteten mit mir und erklärten mir Gottes Wort. 

In einem Glaubensgrundkurs hörte ich dann zum ersten Mal das Gleichnis vom verlorenen Sohn aus dem Lukas-Evangelium. Diese Geschichte berührte mich ganz tief, besonders beeindruckt war ich vom Verhalten des Vaters, war es doch so völlig entgegengesetzt von dem, was ich mit meinem leiblichen Papa erlebt hatte. 

Die Beziehung zu meinem Papa war die größte Herausforderung in meinem Leben. Er war sehr übermächtig, stark leistungsorientiert und von großer Strenge und Härte. Ich hatte kein Vertrauen zu ihm, stille Rebellion war meine Antwort auf sein Verhalten. In der Pubertät erkrankte ich schwer an Depressionen und versuchte mehrfach mir das Leben zu nehmen. Das Vaterbild, das durch viele Negativ-Erlebnisse in mir entstanden war, wurde für mich ein großes Hindernis, meinen Vater im Himmel zu erkennen und zu erleben.

Nach meiner Bekehrung im November 1995 begann ich für meinen Papa zu beten. Mit Gottes Hilfe konnte ich ihm vergeben und ihn immer wieder segnen bis eines Tages mein Herz frei war. Gottes Gnade machte es möglich, dass ich meine Vergangenheit loslassen konnte und die Beziehung zu meinem Papa völlig geheilt wurde. Wir haben noch viele gute Gespräche führen können und ich habe ihn von Herzen geliebt. Am Ende seines Lebens durfte ich Zeuge sein, wie er sich Jesus anvertraut hat.

Gott heilte mich auch von meinen Depressionen, durch seine Liebe wurde ich beziehungs- und liebesfähig. Er schenkte mir mit Barbara eine wunderbare Ehefrau und machte mich zum zweifachen Vater (Katharina, 8 Jahre und Johannes, 6 Jahre). Durch die Heilung meiner Vaterwunde ist es möglich geworden, dass mein Vater im Himmel sich mir immer stärker offenbart und ich in eine Liebesbeziehung zu ihm hineingewachsen bin.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist meine Lieblingsgeschichte aus der Bibel, es ist auch meine persönliche Geschichte. Immer wieder ist es nun ein großes Wunder für mich, als geliebter Sohn die heilende und befreiende Gegenwart meines himmlischen Vaters zu erleben. Diese gewaltige Liebe hat mein Herz infiziert und es ist mein größter Wunsch, dass viele Menschen diesen Abba-Vater so erkennen und erleben, wie er wirklich ist.


Jochen Arp

Hannover, 31. Januar 2011